Teil 8- Tiere im Islam

Ein wichtiges Thema, denn viele Missverständnisse, vor allem aber auch fehlendes Wissen zeigen ein falsches Bild von der islamischen Sicht zu Tieren. In Berichten zu Islam und Tieren geht es meist um das betäubungslose Schlachten von Tieren, was negativ beurteilt wird. Aber hier fehlen viele Informationen.

Tiere werden im Islam als Schöpfung Gottes gesehen, ebenso wie der Mensch. Und so, wie andere Menschen behandelt werden sollen, so sollen auch Tiere behandelt werden, denn alle Schöpfung ist vor Gott gleich.

Umgang mit Tieren und Tierschutz, das sind Bereiche die im Islam in der Scharia geregelt sind. Das heißt es existiert schon seit dem 7. Jahrhundert.

Der islamische Tierschutz umfasst weit mehr als nur die artgerechte Haltung. Es geht dabei auch um eine insgesamt freundliche Behandlung, das Vermeiden jeglichen Schmerzes und jeder schlechten Behandlung und die Erhaltung der Würde.

Ein paar Überlieferungen dazu:

Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:
Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, verbot, dass die Tiere angebunden werden, um als Ziel der Pfeile verwendet zu werden.

 

Ibn `Umar ging an einigen Jugendlichen vorbei, die ein gefesseltes Huhn hinstellten, um auf dieses zu zielen. Als sie Ibn `Umar sahen, verschwanden sie von der Stelle. Ibn `Umar sagte: Wer hat das getan? Wahrlich, der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, verfluchte denjenigen, der so etwas tut.

 

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: Während ein Mann unterwegs war, spürte er starken Durst. Er kletterte in einen Wasserbrunnen hinab und trank daraus. Als er wieder draußen war, sah er einen Hund, dessen Zunge heraushing und vor starkem Durst den Sand fraß. Der Mann sagte zu sich: Der Hund wurde vom starken Durst genauso befallen wie ich. Er füllte dann seinen Schuh mit Wasser, hielt diesen mit seinem Mund fest, kletterte hinauf und tränkte den Hund damit. Da dankte ihm Allah dafür  und vergab ihm (seine Sünden).Die Leute sagten: „O Gesandter Allahs, erhalten wir auch einen Lohn (von Allah) wegen der Tiere?“Der Prophet erwiderte: „Wegen jedem Lebewesen gibt es Lohn!“

 

Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:“Eine Frau wurde wegen einer Katze bestraft. Sie band sie an, bis sie starb, und somit ging sie ins Höllenfeuer ein denn sie hat ihr weder Futter noch Wasser zu trinken gegeben, als sie sie einsperrte, noch hat sie sie freilaufen lassen, damit sie von den Tierchen der Erde hätte fressen können.“

 

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass er den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, folgendes sagen hörte: „Eine Ameise biss einen der Propheten, der daraufhin seinen Befehl gab, das ganze Ameisendorf zu verbrennen. Und Allah gab ihm folgendes ein: „Nur weil dich eine einzige Ameise gebissen hat, hast du dafür eines der Völker verbrennen lassen, das Allah lobpreist?“

 

Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Demjenigen, der einen Hund hält, welcher weder zum Zwecke des Hütens der Schafe noch der Jagd bestimmt ist, geht an jedem Tag (der Lohn bei Allah) für jeweils zwei Teile seiner (guten) Taten verloren.“

Im Qur-an sind mehrere Suren nach Tieren benannt und ausschließlich positiv. Dort finden sich auch einige Verse zu Tieren:

Sure 2: Al-Baqara (Die Kuh)

Vers 29

Er ist es, Der für euch alles, was auf der Erde ist, erschuf und Sich hierauf dem Himmel zuwandte und ihn dann zu sieben Himmeln formte. Er weiß über alles Bescheid.

Sure 6: Al-Anam (Das Vieh)

Vers 12 und 13:

Sag: Wem gehört, was in den Himmeln und auf der Erde ist? Sag: Allah. Er hat Sich Selbst Barmherzigkeit vorgeschrieben. Er wird euch ganz gewiß zum Tag der Auferstehung versammeln, an dem es keinen Zweifel gibt. (Schaut, wie das Ende) derjenigen (war), die ihre Seelen verloren haben, denn sie glaubten nicht.

Ihm gehört (alles), was in der Nacht und am Tag ruht. Und Er ist der Allhörende und Allwissende.

Vers 38:

Es gibt kein Tier auf der Erde und keinen Vogel, der mit seinen Flügeln fliegt, die nicht Gemeinschaften wären gleich euch. Wir haben im Buch nichts vernachlässigt. Hierauf werden sie zu ihrem Herrn versammelt.

Sure 16: An-Nahl (Die Bienen)

Vers 5 bis 8:

Und (auch) das Vieh hat Er erschaffen. An ihm habt ihr Wärme und (allerlei anderen) Nutzen; und davon esst ihr.

Und ihr habt an ihnen Schönes, wenn ihr (sie abends) eintreibt und wenn ihr (sie) morgens austreibt.

Und sie tragen eure Lasten in ein Land, das ihr (sonst) nur mit größter Mühe hättet erreichen können. Euer Herr ist wahrlich Gnädig und Barmherzig.

Und (erschaffen hat Er) die Pferde, die Maultiere und die Esel, damit ihr auf ihnen reitet, und (auch) als Schmuck. Und Er erschafft, was ihr nicht wisst.

Vers 14:

Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar gemacht hat, damit ihr frisches Fleisch daraus esst und Schmuck aus ihm hervorholt, den ihr anlegt.[…]

Vers 66:

Gewiss, auch im Vieh habt ihr wahrlich eine Lehre. Wir geben euch von dem, was in ihren Leibern zwischen Kot und Blut ist, zu trinken, reine Milch, angenehm für diejenigen, die (sie) trinken.

Vers 68 und 69:

Und dein Herr hat der Biene eingegeben: „Nimm dir in den Bergen Häuser, in den Bäumen und in dem, was sie an Spalieren errichten

Hierauf iss von allen Früchten, ziehe auf den Wegen deines Herrn dahin, die (dir) geebnet sind.“ Aus ihren Leibern kommt ein Getränk von unterschiedlichen Farben, in dem Heilung für die Menschen ist. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die nachdenken.

Weiterhin Sure 27: An-Naml (Die Ameisen) und Sure 105: Al-Fil (Der Elefant)

Wenn man jetzt bedenkt das alle Lebewesen vor Gott gleich sind und die gesamte Schöpfung mit Respekt und Anstand behandelt werden sollte, dann bedeutet das auch das z.B. Beleidigungen wie: dumme Kuh, dämlicher Hornochse, blöde Gans, usw. verboten sind. Auch das ist Bestandteil islamischen Tierschutzes.

All das wirkt sich auf die gesamte Existenz von Tieren aus. Tierversuche, Massentierhaltung, Mast, Fütterung mit tierischen Bestandteilen bei Pflanzenfressern, enge Tiertransporte, und vor allem auch die Behandlung auf den Schlachthöfen ist nach islamischer Sichtweise absolut verboten und entspricht nicht dem islamischen Tierschutz.

Zu den verbotenen Handlungen gehört auch, dass die Tiere enormen Stress ausgesetzt werden, bereits getötete Tiere sehen oder bei deren Tötung zuschauen müssen, ebenso wie das Zufügen unnötiger Schmerzen.

Die auf Schlachthöfen übliche Betäubung durch Bolzenschuss, Stromzange oder Gas sind jedoch nicht „tierfreundlich“. Die Erstickungsqualen beim Gas widersprechen dem Tierschutz ebenso wie die Verletzungen durch Bolzenschüsse die oft nicht zur Bewusstlosigkeit der Tiere führen. Sowohl beim Bolzenschuss, als auch beim Strom ist die Grundvorraussetzung das  korrekte Ansetzen der Geräte, was oft nicht statt findet und für viele Qualen bei den Tieren sorgt. Zahlreiche Schweine sterben erst beim verbrühen. Hummer werden vorsätzlich lebend in kochendes Wasser geworfen und nicht betäubt.

Dem gegenüber steht die islamische und auch jüdische Schächtung die festen Regeln folgt. Dazu gehört auch, das die Tiere vor der Schlachtung beruhigt und freundlich behandelt werden. Das sie kein Blut oder  totes Tier sehen oder riechen, keine Panikschreie anderer Tiere hören und auch die Schlachtgeräte nicht sehen.

Ist das Tier ruhig und entspannt, soll mit einem sehr scharfen Messer die Halsschlagader sehr schnell vollständig durchtrennt werden.

Darüber hinaus ist auch das Töten von Tieren außer zur Nahrungsgewinnung und zur Abwehr von Schädigungen verboten.

 

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