Islam-Ein Erklärungsversuch-Teil 5

Kommen wir noch mal zurück zu Krieg und Kampf und betrachten wir die Märtyrer und Selbstmordattentäter.

Immer wieder taucht das in den Medien auf und immer wieder werden Behauptungen aufgestellt. Was ist nun damit?

Zunächst einmal sind Märtyrer im Islam Muslime die während der Ausübung ihrer Religion sterben oder getötet werden. Das heißt, wer z.B. während des Gebetes stirbt, ist ein Märtyrer. Er geht, im Gegensatz zu anderen Menschen, direkt ins Paradies.

Hier ist auch der Unterschied zum Christentum das Märtyrer nur als Menschen sieht die einen gewaltsamen Tod für Jesus und die göttlichen Gebote erleiden.

Märtyrer gibt es also schon sehr lange und betrachtet man die Bedeutung ist klar das aus christlicher Sicht auch Jesus ein Märtyrer war. Für den Islam nicht, denn wir glauben nicht an eine Ermordung Jesu, aber das ist ein anderes Thema.

Auch Selbstmordattentate sind eine sehr alte Methode um ein Ziel zu erreichen. Im alten Testament der Bibel findet sich zum Beispiel Samson, der einen Tempel zum Einsturz brachte und 3000 Philister mit in den Tod nahm.

Grundsätzlich- das soll hier noch einmal erwähnt werden- ist Frieden oberstes Ziel und Angriff verboten.Es geht also grundsätzlich immer um Verteidigung wenn es um Gewalt und Krieg im Quran geht, denn dort geht es nicht nur um Religion, sondern auch um Politik. Das friedliche Miteinander aller Menschen ist dort das wichtigste Thema, sowohl aus politischer als auch aus religiöser Sicht. Da aber nicht alle Menschen friedlich und „gut“ sind ist eben auch geregelt was zu tun ist wenn…

Weil es aber wichtig ist den Ausgangspunkt zu sehen, ist es auch wichtig zu begreifen das der Quran kein Gedichtband ist bei dem man sich einfach mal einen Vers aussucht und alle übrigen ignoriert. Das Ganze muss betrachtet werden. Wie ich schon beim Thema Dschihad schrieb wird gern mal ein Vers beiseite gelassen und nur ein anderer zitiert um die angebliche Gewaltätigkeit des Islams und/oder der Muslime zu zeigen.

Die hierfür gern in Auszügen zitierte Sure 9 ist eine Fortsetzung der Sure 8 und betrachtet gesamt Verteidigungskriege und damit auch Vergebung, Rücksichtnahme und friedliches Miteinander, ebenso kommt aber dazu das möglicherweise Abmachungen die getroffen wurden nicht eingehalten werden.

Da eben auch die Verteidigung des Landes/Volkes geregelt ist, ist natürlich auch Gewalt zu finden, denn Verteidigung ist manchmal nur mit Gewalt möglich. So gibt es auch im deutschen Strafgesetzbuch den §32 in dem es heißt:

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

In wiefern jetzt Selbstmordattentate als Notwehr oder generell rechtmäßiges Verhalten gesehen werden können ist eine ungeklärte Frage im Islam, denn konkrete Erwähnung einer solchen Tat findet man im Quran nicht.

Wie bereits erwähnt ist Maßlosigkeit bei Kriegshandlungen ebenso verboten wie Kriegshandlungen gegen Zivilisten, aber es vertreten einige auch die Ansicht das in Ausnahmefällen auch das erlaubt ist.

Es ist auf jeden Fall die Gesamtsituation von allen Seiten zu betrachten, die Ziele zu bedenken und dann nach Betrachtung aller Ebenen und Argumente muss letztlich jeder für sich entscheiden ob er mit seinem Gewissen eine solche Tat vertreten kann, denn grundsätzlich ist Mord ebenso wie Selbstmord im Islam verboten aber im Verteidigungsfall ist ein Mord kein Mord und vielleicht ein Selbstmord kein Selbstmord.

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